„City – Outlet“ Feuchtwangen ein chronologischer Rückblick

07.02.2015
FLZ (Fränkische Landeszeitung) „Rettet ein City Outlet das Feuchtwanger Zentrum?“

Bericht von der Fahrt von Bgm. Patrick Ruh und Stadtrat Herbert Lindörfer nach Bad Münstereifel. Der Stadtrat war darüber nicht informiert.

10.02.2015
Kritische Stellungnahme der Grünen zu der Verwirklichung eines City-Outlets in Feuchtwangen FLZ: „Kein Monopoly mit Großinvestor“

Weitere kritische Stellungnahmen folgen vom Vorsitzenden des Vereins „Artenreiches Land – Lebenswerte Stadt“ Heiner Sindel, vom Bund Naturschutz und vom ADAC.

Die Vorsitzenden des Gewerbevereins sprechen sich ohne Rücksprache mit den Mitgliedern für ein City–Outlet in Feuchtwangen aus.

06.03.2015
Diskussion im Stadtrat, ob mit Hilfe eines Gutachtens das Projekt City-Outlet forciert werden soll.

Gegen die Stimmen der Grünen spricht sich der Stadtrat für ein solches Gutachten aus.

27.03.2015
Fahrt mit dem Stadtrat und interessierten Bürgern nach Bad Münstereifel

20.06.2015
Bgm. Ruh kündigt das Interesse eines Investors für ein City – Outlet an. Der Investor gibt vor 35 Mio Euro in Feuchtwangen investieren zu wollen.

24.06.2015
Pressemitteilung der Grünen zu mangelnder Informationspolitik des Bürgermeisters.

Kritisiert wird vor allem die verheerende Außenwirkung für Feuchtwangen, da die Stadt nur noch in einem äußerst schlechten Licht dargestellt wird um die BürgerInnen von der Notwendigkeit eines Outlets zu überzeugen. 

03.07.2015
FLZ „Geschäftsmann verlobt sich mit Feuchtwangen“

Vorstellung des Investors im Stadtrat. Kritik der Grünen an fehlendem belastbarem Zahlenmaterial bezüglich der Flächen.

03.07.2015
Jan D. Leuze in FLZ: Eröffnung Ende 2017; 50-70 geplante Ladenobjekte – davon 40 zunächst sichern;  „Einkaufsmärchen Feuchtwangen“; Altstadteisenbahn zu den Parkplätzen; 35 Mio. Investitionen werden angekündigt; Offenheit bei Planung wird zugesagt;

10.07.2015
Fragenkatalog der Grünen zu geplantem City-Outlet.

11.07.2015
Vorstellung der Outlet-Pläne durch die Investoren beim Gewerbeverein.

30.07.2015
Vorstellung des „Besseren Altstadtkonzeptes“ der Grünen durch die Presse, sowie durch persönliche Anschreiben an die Stadträte und Bgm. Patrick Ruh.

Schwerpunkte des Konzeptes sind: Einzelhandelskonzept, Gründung Wohnbaugesellschaft, Verkehrskonzept, sowie ein aktives Leerstands-Management.

08.08.2015
Gründung  der Initiative „Unsere Stadt“ – diese will anstelle eines Outlets eine nachhaltige Stadtentwicklung unterstützen.

18.08.2015
MdL, Martin Stümpfig kritisiert in FLZ Vorgehensweise bei Outlet-Vorhaben und stellt kritische Fragen zu Investor.

19.08.2015
Im Stadtrat wird der Fragenkatalog der Grünen beantwortet. Die Antworten sind wenig konkret und erkenntnisreich.

29.08.2015
FLZ Bgm. Ruh sieht in Outlet eine Chance – „Erste Notartermine für Immobilienverkauf bereits ins Auge gefasst“.

12.09.2015
Initiative „Unsere Stadt“ formuliert Fragenkatalog zur Bürgerversammlung.

17. 09.2015
Im Rahmen einer Bürgerversammlung wird der Bevölkerung die Entschlossenheit ein City-Outlet in Feuchtwangen zu etablieren aufgezeigt.

Die zahlreichen eingereichten Fragen der Bürger werden gebündelt beantwortet. die Erkenntnis der Antworten ist nach allgemeiner Einschätzung sehr dürftig. In Erinnerung bleiben wird der Satz des Investors: „Wir kaufen lieber als zu mieten – wir brauchen dafür niemand.“ Und die Aussage des Bürgermeisters: „Der Stadt entstehen keine Kosten – nur Sowieso–Kosten“.

24.09.2015
Pressemittelung der Initiative „Unsere Stadt“ zur Bürgerversammlung. Bemängelt werden Transparenz und Vorgehensweise.

08.10.2015
Offene Fragen werden im HPA von Grünen thematisiert – Flächenfrage, Kosten für Bürgerversammlung und Veröffentlichung der ECOSTRA Studie.

22.10.2015
Veranstaltung von „Alles“ zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung. Referenten Josef Göppel MdB; Roland Wölfel CIMA

05.11.2015
Einzelhandelskonzept nimmt konkrete Züge an – Vergabe bereits erfolgt.

18.11.2015
Der von Ilonka Sindel (Grüne) ausgearbeitet Antrag auf Fördermittel für ein Regionalkonzept mit Markthalle ist erfolgreich und kann nun in die Praxis umgesetzt werden.

21.11.2015
Die Grünen stellen in ihrer  Jahreshauptversammlung nochmals das „Bessere Altstadtkonzept“ mit den einzelnen Handlungsfeldern im Detail vor.

15.12.2015
Nachbarstadt stellt Machbarkeitsstudie für Outlet in Dinkelsbühl  vor.

17.12.2015
Pressemitteilung FLZ: „Grüne – Outlet-Pläne beenden – Zeit für Plan B“

15.01.2016
Verkehrskonzept wird in Auftrag gegeben

22.01.2016
FLZ „Leuze rüstet personell auf – Manager aus Bad Münstereifel.“

27.01.2016
Veranstaltung  der Initiative „Unsere Stadt“ mit Harald Jochums. Themenschwerpunkt „Stadtentwicklung von unten“

05.02.2016
Erneuter Fragenkatalog der Grünen Stadtratsfraktion zu Stadtentwicklung und vermutetem Strategiewechsel.

12.02.2016
FLZ Ruh hält an City-Outlet fest.
Deutet künftige Aufgabe einer Altstadt-Entwicklungsgesellschaft zur Umsetzung eines Outlets an.

18.02.2016
Pressemitteilung der Grünen. Kritik an geplanter Vorgehensweise Immobilien für einen „Outlet-Investor“ aus städtischen Mitteln zu erwerben.

19.02.2016
FLZ Antwort auf PM der Grünen: Bgm. Patrick Ruh hält politischen Streit für Standortnachteil

29.02.2016
Fahrt des Stadtrates nach Ellwangen und Nördlingen. Besichtigung der dort umgesetzten Stadtsanierung.

31.03.2016
FLZ Erstmals wird von Bgm. Patrick Ruh öffentlich angedeutet, dass die Outlet-Pläne scheitern  könnten. Die geplante Gründung einer Altstadtentwicklungsgesellschaft wird vorgestellt.

 

Fazit:
Einerseits wurde ein ganzes Jahr über das „Einkaufsmärchen“ Feuchtwangen diskutiert und diese Diskussion über ein City-Outlet wurde bis heute nicht offiziell beendet. Offensichtlich wurde aber auch bisher nichts von dem in die Wege geleitet, was seitens des Investors und der Stadtspitze angekündigt wurde. Andererseits wurden unsere Kernforderungen nach einem Verkehrskonzept und  einem Einzelhandelskonzept umgesetzt. Leerstands-Management wird künftig durch eine auf Kreisebene angesiedelte Datenbank erleichtert. Die Gründung einer Wohnbaugesellschaft (Altstadtentwicklungsgesellschaft) ist angedacht. Unserem Antrag für eine Informationsfahrt nach Schwabach zur dort erfolgreich arbeitenden  Wohnbaugesellschaft wurde stattgegeben. Ein Regionalkonzept mit geplanter Markthalle ist in Arbeit. Der barrierefreie und somit verkehrsberuhigte Ausbau der Altstadt ist in Planung.

Wichtig wäre nun das Thema Outlet endgültig zu beenden und sich seitens der Stadtspitze und des Stadtrates mit voller Kraft auf die Umsetzung der oben genannten Punkte zu konzentrieren.

 

Von Joachim Gutekunst 31. März 2016

Präsentation "Das bessere Altstadtkonzept"

Auf unsere Jahreshauptversammlung am 19.11.2015 hat unser Ortsverbandssprecher und Stadtrat Joachim Gutekunst mit einer, eigens dafür zusammengestellten Präsentation unsere Position vom 27.Juli 2015 (!) zum City-Outlet vorgestellt, diese können Sie hier nachlesen.

Präsentation  /  Positionspapier

Cleverer Schachzug des Großinvestors

PRESSEMITTEILUNG

Nun ist es also amtlich. Investor Jan D. Leuze will nicht mehr investieren, sondern lässt investieren. Und zwar von der Stadt Feuchtwangen. Diese will künftig eine Altstadt-Entwicklungsgesellschaft mit entsprechenden Mitteln ausstatten um entsprechende Investitionen in Altstadtimmobilien zu tätigen. Diese Vorgehensweise mutet nun schon sehr abenteuerlich an. Großinvestor Leuze welcher Investitionen bis zu 31 Millionen Euro für ein City–Outlet angekündigt hatte ist nun ein cleverer Schachzug gelungen. Er weiß, dass die Stadtspitze in Feuchtwangen ein City-Outlet um jeden Preis etablieren will und dabei auch im Wettbewerb mit der Nachbarstadt bereit ist ein hohes finanzielles Risiko einzugehen. Jan D. Leuze könnte nun, sollte diese Strategie aufgehen, die von der Stadt sanierten Gewerbeflächen mieten ohne irgendeine Form der Vorleistung zu erbringen. Sollte das Outlet nach einigen Jahren wirtschaftlich scheitern, bleibt die Stadt Feuchtwangen auf millionenschwer sanierten Häusern sitzen, welche dann in der Masse nicht mehr rentierlich zu veräußern wären. Vor einem solchen Szenario können wir nur warnen.

Wenn man bedenkt, mit welchen Versprechungen Jan D. Leuze die Errichtung eines Outlets in der Feuchtwanger Altstadt angekündigt hat und welcher Weg nun eingeschlagen werden soll,  lässt uns an der Zuverlässigkeit des Investors zweifeln. In der Bürgerversammlung im September versuchte Jan D. Leuze die Feuchtwanger   noch von einem gewaltigen Kapitaleinsatz von Investorenseite zu beeindrucken. Zitat:  „Wir kaufen lieber als mieten – wir brauchen dafür niemand“ und  Bürgermeister Ruh die Bevölkerung dahingehend beruhigte: „Der Stadt entstehen keine Kosten - nur Sowieso–Kosten“. Nach dem derzeitigen Strategiewechsel zur Outlet–Immobilien–Finanzierung stellt sich die Frage, warum mit diesen Aussagen in der Bürgerversammlung für ein Altstadt-Outlet geworben wurde.

Natürlich wäre es sinnvoll mittels einer Altstadtentwicklungs- oder Wohnbaugesellschaft Einzelobjekte wie die Goldene Krone oder das Huppmann-Banse-Areal zu sanieren und zu vermarkten. Hier kann attraktiver Wohnraum geschaffen werden und können  Impulse für die Altstadt gesetzt werden – aber in einem finanziellen überschaubaren Rahmen und nicht als Vorleistung für eine Outlet-Gesellschaft.

Gerade ein Gasthaus wie die Goldene Krone mit Braurecht und das angrenzende Kino könnte ein interessantes Projekt für die Innenstadt werden. Zusammen mit dem derzeit in Arbeit befindlichen Einzelhandelskonzept, einem Markthallenkonzept und einer ebenfalls in Auftrag gegebenen Verkehrsplanung kann daraus ein umfassendes und ambitioniertes Handlungspaket werden. Darauf sollte sich die künftige Arbeit der Stadt Feuchtwangen  konzentrieren. Werden diese  Maßnahmen gemeinsam mit Engagement angepackt, bringen diese  unsere Altstadt wieder voran und würde vor allem die Stadt nicht weiter in Befürworter und Gegner eines Outlets spalten.

 

für die Fraktion Joachim Gutekunst

Das bessere Altstadtkonzept - Grünes Positionspapier

Wie in vielen Städten vergleichbarer Größenordnung, hat auch die Altstadt in Feuchtwangen mit Problemen zu kämpfen. Ursache ist ein verändertes Einkaufsverhalten, welches durch mehr Mobilität Verlagerungen in größere Einkaufszentren mit sich bringt, sowie die Deckung des Grundbedarfs in großen Märkten auf der sogenannten „Grünen Wiese“ vor der Stadt. Hinzu kommt der rasch wachsende Markt im Bereich Online-Shopping.

Gleichzeitig wurde Wohnen in der Altstadt immer unbeliebter. Ursache ist fehlender attraktiver Wohnraum sowie ein starkes Verkehrsaufkommen. Als Folge dieser Entwicklung zeigen sich nun teilweise leer stehende Geschäfte, vor allem in den Nebenlagen.

Nun stellt sich die Frage, wie die Altstadt revitalisiert werden und somit eine Trendumkehr erreicht werden kann.

Es stellt sich außerdem die Frage, ob das geplante Konzept City-Outlet eine echte Belebung der Innenstadt bedeutet und ob dieser Weg tatsächlich der einzig machbare ist.

Zunächst bedeutet die Realisierung eines City-Outlets mit Hilfe eines Investors eine komplette Neuausrichtung der Altstadt. Alle Maßnahmen dienen der Optimierung eines funktionierenden Handels mit Fabrikverkaufsware zahlreicher Marken. Bestehende Geschäfte, Gastronomie, Kultur, bürgerschaftliches Engagement, all das hat sich den Marketingzielen der Betreibergesellschaft unterzuordnen. Leerstände werden zwar saniert, dienen aber in erster Linie als Kulisse für die Vermarktung der Outlet-Ware. Vielfalt weicht der Monotonie. Gewachsenes wird zu einer kurzweiligen Eventmeile umfunktioniert. Bei einem Verfehlen der Geschäftsergebnisse wird das Unternehmen Outlet ebenso konsequent neue und somit mehr Leerstände als bisher hinterlassen.

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Feuchtwangen, 27. Juli 2015

Joachim Gutekunst
für die Stadtratsfraktion Wir für Feuchtwangen - Bündnis 90/ Die Grünen

Anfrage - bezüglich des für Feuchtwangen angedachten City –Outlet

ANFRAGE vom 09.Juli 2015

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Ruh,

wir bitten um Beantwortung folgender Fragen bezüglich des für Feuchtwangen angedachten City –Outlets.

1. In der Fränkischen Landeszeitung vom 20.06. 2015 ist die Rede von einer angedachten Verkaufsfläche für ein City – Outlet von 12000 qm, auf welchen mindestens fünf Dutzend Marken angeboten werden sollen.

In der Imagebroschüre der Investoren ist die Rede von 9000 qm – 15000 qm Verkaufsfläche

Gleichzeitig wurde in der Stadtratssitzung vom 01. Juli 2015 seitens der Investoren geäußert, dass Flächen unter 200 qm uninteressant für den Betrieb eines Outlet – Ladens seien.

Eigene Recherchen lassen bezweifeln, dass diese Flächen in der Altstadt von Feuchtwangen verfügbar sind. 

Wie viele Objekte mit Gewerbe, Laden oder Praxisflächen existieren in der Altstadt?

Welche Flächenzahl lässt sich daraus ableiten?

Bei wieviel Objekten in der Altstadt existiert ein echter Leerstand?

(Bitte mit Nennung der jeweiligen Straße)

2. In der FLZ vom 20. Juni war zu lesen, dass Herr Leuze von einem Gesamtinvestitionsvolumen im zweistelligen Millionenbereich spricht. Gleichzeitig wird gemutmaßt, dass Investitionen von über 35 Millionen getätigt werden sollen.

Liegen der Stadt Feuchtwangen Informationen über die Liquidität der Investoren vor, bzw.   wurden über die bisherige Geschäftstätigkeit Informationen eingeholt, welche eine Einschätzung der Bonität ermöglichen?

Dies wäre im Falle dieser monetären Größenordnung ein äußerst wichtiger Schritt, um Risiken der Stadt Feuchtwangen bei Vertragsunterzeichnungen zu minimieren.

3. Ziel der nächsten Monate soll ein gemeinsamer Vertrag zwischen der Stadt Feuchtwangen und der zu gründenden Betreibergesellschaft sein.

Was soll Gegenstand eines solchen Vertrages sein. Welche Verpflichtungen würde die Stadt Feuchtwangen dabei eingehen?

Ist die Unterstützung seitens eines erfahrenen Stadtplanungsbüros angedacht, um die vorgelegten Zahlen und Erhebungen der Investoren kritisch zu prüfen?

Ist an die Beiziehung eines Juristen gedacht, der explizit mit Verträgen zwischen Kommunen und externen Investoren einschlägige Erfahrung nachweisen kann?

4. Die Parkplätze um die Altstadt sind heute bereits stark belegt. Die Errichtung eines City – Outlets würde zusätzlichen Parkraum in unmittelbarer Umgebung der Altstadt erfordern.

Wer trägt die Kosten?

Welche Standorte in Altstadtnähe wären möglich und städtebaulich ansprechend umzusetzen?

5. Der Altstadtbereich ist von der Städtebauförderung als Sanierungsgebiet eingestuft. Dadurch ergeben sich u. a. erhebliche Steuervorteile bei Investitionen.

Durch die Städtebauförderung wurden in der Vergangenheit viele private und öffentliche Projekte und Bauvorhaben gefördert. Diese sollten durch das Vorhaben City-Outlet nicht gefährdet werden.

Wann wurde das Vorhaben City – Outlet der Regierung von Mittelfranken vorgestellt und bezüglich der Städtebauförderung abgeklärt?

6. In der Stadtratssitzung hat Herr Leuze die Verkehrssituation in der Altstadt angesprochen und eine Änderung des Verkehrskonzeptes mit „Begegnungsbereichen“ ohne Bordsteine angesprochen. Der Umbau des Altstadtbereiches als „Verkehrsberuhigter Bereich“ würde die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität in der Altstadt nach unserer Meinung auch ohne City – Outlet erhöhen. Für eine solche Maßnahme ist allerdings ein entsprechender Zeitrahmen einzuplanen. Die Outlet-Eröffnung ist laut Herrn Leuze bis Ende 2017 angedacht. Dies ist nach unserer Meinung mit Planung, Bürgerbeteiligung und Ausführung kein realistischer Zeitrahmen. Da aufgrund der Einschränkungen bei einer solchen Baumaßnahme auch nicht gleichzeitig flächendeckend die Altstadt umgestaltet werden kann.

Welche Straßen sollen als „Begegnungsbereich“ bis wann umgebaut werden?

7. Inwieweit betrifft das Vorhaben die Regional- und Landesplanung?

8. Wurde der Denkmalschutz seitens der Stadt Feuchtwangen in das Vorhaben einbezogen und gibt es dazu eine Stellungnahme?

9. Häufig wird bei der Umsetzung anstehender Projekte mit der personellen Überlastung der Verwaltung im Rathaus argumentiert.

Wird die Verwaltung durch die kommende Zusammenarbeit mit dem Investor und der Erfüllung der damit verbundenen zusätzlichen Aufgaben noch gerecht?

Ist die Neueinstellung einer zusätzlich Kraft in der Verwaltung notwendig?

Schon im Eigeninteresse der Stadt müssen diese Fragen umfassend und zeitnah geklärt werden.

Wir bitten um baldige Antwort. Besten Dank 

Stadträtin Ilonka Sindel, Stadtrat Wolfgang Hauf, Stadtrat Michael Schmidt, Stadtrat Joachim Gutekunst

Monopoly mit Großinvestor ersetzt keine kluge Stadtentwicklungspolitik

PRESSEMITTEILUNG 10.02.2015

Die jüngst von Bürgermeister Patrick Ruh ins Spiel gebrachte Möglichkeit die Altstadt in Feuchtwangen als sogenanntes City–Outlet mithilfe eines Großinvestors zu beleben, sehen wir kritisch.

So bestechend die Idee klingt, mittels Großinvestor die Innenstadt zu beleben, so zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass diese Umsetzung für die Altstadt von Feuchtwangen keine realistische Möglichkeit darstellt. Schon der Vergleich mit Bad Münstereifel ist abwegig. In der Kurstadt blieben von dreizehn Kurhäusern gerade noch drei und somit gab es mit dem Ausbleiben der Kurgäste einen massiven wirtschaftlichen Einbruch in der dortigen Kommune. In der bestehenden 800 Meter langen Fußgängerzone gab es Leerstände, nachdem dort auch große Kaufhäuser geschlossen hatten.

Wenn man dort von einem Erfolgsmodell spricht, darf man aber auch die Vorgehensweise der Investoren nicht verschweigen, die komplette Straßenzüge aufgekauft haben und den dort noch existierenden Einzelhändlern die Kündigung ausgesprochen haben.

Das in Feuchtwangen eine weitere Belebung der Altstadt auf der politischen Agenda stehen muss, ist keine Frage. Aktuell befindet sich in der Altstadt ein Branchenmix mit einem durchaus aktiven Einzelhandel, der aber wie in vielen anderen Städten auch durch die sogenannten Einkaufsmeilen auf der „Grünen Wiese“ und durch ein verändertes Verbraucherverhalten in den letzten Jahren einem deutlichen Strukturwandel unterworfen wurde. Dennoch ist es gelungen am Marktplatz durch eine attraktive Sanierungsmaßnahme eine Bäckerei mit Gastronomie zu etablieren, weiter hat sich wieder ein Lebensmittelmarkt in der Altstadt angesiedelt. Weitere Beispiele gibt es nicht nur im Einzelhandel, sondern auch in der Gastronomie. Mit Zuschüssen hilft hier die Stadt bei der Sanierung von Altstadthäusern und Betriebsgründungen im Einzelhandel. Dies ist natürlich ein langfristiger Prozess, der aber schon durchaus Wirkung zeigt. Leerstände befinden sich vor allem in den Bereichen der Altstadt, welche längst auf eine Sanierung warten, wie zum Beispiel die Spitalstraße mit dem angrenzenden Huppmann – Banse Areal.

Hier müssen jetzt die Hausaufgaben seitens der Stadt Feuchtwangen gemacht werden. Hier steht an erster Stelle die städtebauliche Neuerrichtung des Huppmann – Banse Areals. Nach einem Architektenwettbewerb sind hier die Vorstellungen für die Gestaltung inzwischen sehr konkret. Die Umsetzung lässt allerdings noch auf sich warten. In Zusammenhang mit diesem Projekt steht auch die Sanierung der Spitalstraße und der Museumsstraße. Weiter ein Verkehrskonzept durch ein Fachplanungsbüro, welches für Besucher und Bewohner der Altstadt die Aufenthaltsqualität erhöht. Natürlich ist es auch sinnvoll neue Magnetbetriebe in die Altstadt, bzw. in Altstadtrandlage zu bringen. Hier bietet sich zum Beispiel das seit Jahren leerstehende „Hähnleinareal“, welches sich in bester Lage vor der Altstadt befindet. Hier gilt es die richtigen städtebaulichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Weiter ist die Stadt gefordert eigene Immobilien wie das alte Rathaus am Marktplatz vernünftig zu sanieren und mit einem modernen Tourismusbüro Gäste die Feuchtwangen besuchen zu empfangen. Hier soll aber nach einem Mehrheitsbeschluss des Stadtrates nur die Fassade neu gerichtet werden. Kein Beispielhaftes Modell für Bürger und Investoren.

All diese Schritte erfordern Engagement und zeigen erst mit der Zeit ihre Wirkung – stehen aber auf einem stabilen Fundament.

Die Innenstadt in weiten Teilen in die Hände eines einzigen Großinvestors zu legen, heißt, auch die komplette Altstadt dem Erfolg oder Misserfolg dieses Investors auszuliefern. Die bestehenden Einzelhandelsgeschäfte in der Innenstadt werden mit solch einem Testballon aufs Spiel gesetzt. Kosten, welche die Stadt bezüglich Infrastruktur (Parkplätze etc.) leisten würden, verblieben bei einem Scheitern bei der Stadt. Die Stadtratsfraktion und der Ortsverband von Bündnis 90/ Die Grünen setzen deshalb auf eine nachhaltige, aber konsequente Weiterentwicklung der Innenstadt mit angepassten und durchdachten Konzepten.

Für die

Stadtratsfraktion und den Ortsverband

Joachim Gutekunst

Link zum Kommunalwahlprogramm 2014-2020 / Innenstadtentwicklung